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Schilddrüsenkrebs

Die Schilddüse ist ein schmetterlingsförmiges hormonproduzierendes Organ, das dicht unterhalb des Kehlkopfes, beiderseits neben der Luftröhre liegt. Nur bei Vergrößerung tritt diese hervor, wobei der Kropf ein typischer gutartiger Tumor ist. Die Schilddrüse besteht aus kleinen Läppchen, die von den Follikeln (Bläschen) gebildet werden. Das Schilddrüsenhormon wird von den Zellen der Follikel gebildet und dort gespeichert. Zwischen den Follikeln sind die sogenannten C-Zellen, die das kalziumregulierende Hormon Calcitonin bilden. Schilddrüsenhormone regeln das Stoffwechselgeschehen im Körper und sind an Eiweißaufbau und Wachstum beteiligt.

80-90 % aller bösartigen Schilddrüsentumoren gehen von den Zellen der Schilddrüsenfollikel (Thyreozyten) aus und werden als follikuläre und papilläre Karzinome bezeichnet. Beim follikulären Karzinom handelt es sich um einzelne Knoten. Beim papillären Karzinom sind mehrere Herde in einem oder beiden Schilddrüsenlappen und es treten auch Lymphknotenmetastasen auf. Die undifferenzierten, anaplastischen Karzinome sind selten. 5 % der Schilddrüsenkarzinome sind medulläre Karzinome (C-Zell-Karzinome), die ihren Ursprung in den C-Zellen haben.


Entstehung & Risiko

Die Ursachen für die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinom sind noch ungeklärt. Als hohes Risiko für Schilddrüsenkrebs ist die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung im Kindes- und Jugendlichenalter, seit mehr als 45 Jahren bekannt.

Bei 20 % der medullären Karzinome ist eine familiäre Häufung festzustellen. Es handelt sich dabei um das MEN II Syndrom (multiple endokrine Neoplasie) eine Erbkrankheit, die mit weiteren Neoplasien in anderen Drüsengeweben einhergeht und bevorzugt im jungen Erwachsenenalter auftritt.

Gutartige Schilddrüsenerkrankungen - Jod-Mangelgebiete - sind auch mit einem gewissen Risiko für Schilddrüsenkarzinom verbunden. Hormonelle Faktoren werden ebenfalls diskutiert, da die Häufigkeit bei Frauen um den Faktor 2 größer ist als bei Männern.

Symptome

Frühzeichen der Erkrankung sind selten. Tastbare und/oder sichtbare Knoten im Halsbereich, die sich derb und hart anfühlen und rasch aufgetreten sind, können ein Hinweis sein. Die Lage de Schilddrüse zu anderen Organen (Kehlkopf, Luft und Speiseröhre) bestimmt die Symptome sowohl von gutartigen als auch bösartigen Schilddrüsenvergrößerungen. Druckgefühl im Halsbereich, Luftnot, Schluckbeschwerden und Heiserkeit sind häufige Symptome, die sofort zum Arzt führen sollten.

Diagnose

Die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine Tast-Untersuchung der Halsregion sind die ersten Schritte, die der Arzt unternimmt. Neben den Routinelaboruntersuchungen wird auch der Blutspiegel der Schilddrüsenhormone bestimmt.

Weiterführende Untersuchungen sind Ultraschall und Röntgen, Computer- und Magnetresonanztomographie der Schilddrüsen- und Halsregion. Diese Untersuchungen dienen der Beurteilung von Lage und Ausdehnungsgrad.

Spezifischer ist die Radiojodszintigrafie bei der die Einlagerung in Schilddrüsengewebe untersucht wird. Die Feinnadelbiopsie dient zur präoperativen Sicherung der Diagnose.

Therapie

Die gewählte Therapie hängt im wesentlichen vom Tumortyp (follikulär, papillär, medullär, anaplastisch) und von der Ausbreitung der Erkrankung in lokale oder weiter entfernte Bereiche (Metastasierung) ab.

Die chirurgische Therapie (Operation) hat das Ziel, den Tumor und eventuell befallene Lymphknoten zu entfernen. Häufig wird dabei die gesamte Schilddrüse entfernt. Die fehlende Schilddrüsenfunktion und dadurch nicht mehr produzierte Hormone werden durch einen lebenslangen Hormonersatz in Form von Tabletten ersetzt.

Mit der Radiojodtherapie (eine spezielle Form der Strahlentherapie) soll verbliebenes Karzinomgewebe in Schilddrüse und Lymphknoten vernichtet werden. Darüber hinaus besteht bei bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen die Möglichkeit von einer Strahlentherapie und/oder Chemotherapie.

Beim medullären Schilddrüsenkarzinom sind mit zielgerichteten Therapien erste Erfolge im fortgeschrittenen Stadium erzielt worden.

Nachsorge

Den genauen Zeitpunkt der Kontrolluntersuchungen nach abgelaufener Therapie bestimmt der Arzt aufgrund des individuellen Krankheitsbildes.