Krebshilfe-Logo

Spenden & Finanzierung

Prostatakrebs

Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt am Ausgang der Blase und umgibt den ersten Teil der Harnröhre. Die Prostata produziert eine Flüssigkeit, die beim Samenerguss den im Hoden gebildeten Samenzellen beigemengt wird. Die Prostata hat zwar keinen Einfluss auf die sexuelle Potenz, aber die Flüssigkeit ist ein Aktivierungs- und Transportmittel für die Samenfäden. Das Wachstum des Prostatagewebes steht unter dem Einfluss des männlichen Sexualhormones Testosteron, das im Hoden produziert wird.

Bei nahezu jedem zweiten Mann über 50 entstehen Gewebsveränderungen in der Prostata, welche man als gutartige Prostatavergrößerung bezeichnet. Dies ist jedoch keine Vorstufe des Prostatakrebses. Gleichzeitig kann – völlig unabhängig davon – eine bösartige Erkrankung der Vorsteherdrüse, der Prostatakrebs, entstehen.


Entstehung & Risiko

Prostatakrebs nimmt seinen Ausgang von den Drüsenzellen der Vorsteherdrüse und kann entsprechend dem Aufbau dieses Organs in allen 4 Lappen entstehen.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Prostatakrebs zählen das Lebensalter (mit zunehmendem Alter - ab dem 50. Lebensjahr -  erhöht sich das Risiko), ungesunde Ernährung (hoher Konsum an tierischen Fetten) und die familiäre Häufung (Männer, bei denen Großvater, Vater, Onkel oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind, weisen ein erhöhtes Risiko auf).

Symptome

Prostatakrebserkrankungen verlaufen im Frühstadium generell ohne Beschwerden. Die ersten Warnsignale sind bei gut- und bösartigen Veränderungen der Prostata meist gleich.

Dazu zählen häufiger Harndrang, auch nachts bzw. Harnträufeln, Schmerzen beim Harnlassen bzw. Blut im Harn. Der Harnfluss wird geringer, der Strahl schwach, die Blase wird nicht völlig entleert – es bleibt Restharn zurück. Ungeklärte und plötzlich auftretende Kreuzschmerzen können ebenfalls ein Warnsignal sein.

 

Diagnose

Die erste Verdachtsdiagnose Prostatakrebs kann aufgrund der Tastuntersuchung über den After durch den Urologen (Rektal-digitale Untersuchung) gestellt werden. Darüber hinaus gibt die Bestimmung des Prostata Spezifischen Antigens im Blut (PSA –Test) einen wichtigen Hinweis auf das Vorhandenseins eines Prostatakarzinoms.

Weitere Untersuchungen zur Diagnosesicherung sind die transrektale Ultraschalluntersuchung (lokale Ausbreitung), eine Gewebeentnahme (Biopsie), Feinnadelbiopsie /Stanzbiopsie.

Die endgültige Diagnose wird durch die mikroskopische Untersuchung der Gewebeprobe (Histologie) gestellt. Das Ergebnis der Prostata-Biopsie (d.h. die Entnahme von 8 bis 12 Proben) entscheidet über weiterführende Untersuchungen wie Computertomografie (Ausbreitung) und Knochenszintigraphie (Ausbreitung im Knochen).

Therapie

Beschränkt sich der Tumor auf die Prostata, ist eine operative Entfernung der Prostata (Prostatektomie) möglich. Dies geschieht nur dann, wenn der Tumor ausschließlich in der Prostata sitzt und noch nicht im Organismus gestreut hat und keine Metastasen vorhanden sind. Die Strahlentherapie wird in dieser Situation als Alternative zur Operation eingesetzt.

Die "Aktive Überwachung" bedeutet bei beschwerdefreien Patient mit kleinem Prostatakarzinom eine engmaschige Überwachung ohne therapeutische Maßnahme.

Nach der Operation kann eine Strahlentherapie als zusätzliche Maßnahme  durchgeführt werden, um das Risiko einer Wiedererkrankung (Rezidiv) zu vermindern.

Hat das Prostatakarzinom zum Diagnosezeitpunkt bereits Lymphknoten- oder Knochenmetastasen gesetzt, ist eine lokale Behandlung durch Operation und/oder Strahlentherapie nicht ausreichend. In diesem Fall wird palliativ eine "Hormontherapie" – die eigentlich eine Hormonentzugstherapie ist – eingesetzt, um die Bildung bzw. Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu hemmen, da dieses das Wachstum von Prostatakrebs fördert. Die operative Entfernung der Hoden (Orchiektomie) sowie die medikamentöse Hormonblockade (Antihormontherapie) kommen hier alleine oder in Kombination zum Einsatz.

Allerdings werden viele Krebszellen nach monate- oder jahrelanger Therapie „kastrationsresistent“, d. h. die klassische Antihormontherapie, der Testosteronentzug, verliert mit der Zeit an Wirkung und es entsteht eine Therapieresistenz. In diesem Stadium der Erkrankung, das auch „Kastrationsrefraktär“ genannt wird, gab es bis vor einem Jahrzehnt keine wirklich wirksamen Therapien. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl neuer, vorwiegend medikamentöser, Behandlungsformen entwickelt, die an spezialisierte Zentren durchgeführt werden.

Chemotherapie spielt bei der primären Behandlung von Prostatakrebs nur eine untergeordnete Rolle. Zytostatika werden angewandt, wenn der Tumor trotz Hormon- und/oder Strahlentherapie nicht unter Kontrolle zu bringen ist.

Nachsorge

Der Nachsorgeplan bei Prostatkrebs wird individuell erstellt, in dem die Art, Ausdehnung sowie die biologischen Eigenschaften der Krebserkrankung und auch die Art der erhaltenen Therapien berücksichtigt werden.

Die Nachsorgeuntersuchungen, die in 3-, 6- bzw. 12-monatigen Intervallen durchgeführt werden, beinhalten: Die digital-rektale Untersuchung und den PSA-Test bzw. wenn angezeigt auch bildgebende Verfahren.