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Nierenkrebs

Die Nieren sind zwei bohnenförmige, paarig angelegte Organe, die sich beiderseits der Wirbelsäule in Höhe der unteren Rippen befinden. Das Nierengewebe besteht aus einer Außenschicht (Nierenrinde) und einer Innenschicht (Nierenmark). Die Niere hat als Ausscheidungsorgan die Aufgabe den Salz und Wasserhaushalt zu kontrollieren und die Endprodukte des Stoffwechsels zu eliminieren. In der Nierenrinde befinden sich die Nierenkörperchen (Glomeruli) die für die Filtrierung der Stoffwechselabbauprodukte aus dem Blut und damit für Bildung des Harnes verantwortlich sind.

Nierenkrebs (Niernzellkarzinom) geht von den Zellen der Rindenzone der Niere aus und wird auch als Hypernephrom bezeichnet. Auf Grund des Aussehens wird das Nierenzellkarzinom auch als hell-, klarzelliges Karzinom klassifiziert, das bei mehr als 80 % der Nierenkrebs-Patienten vorliegt.


Entstehung & Risiko

Nierenkrebs kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei der Häufigkeitsgipfel zumeist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr liegt. Die Entstehungsursachen sind unbekannt. Zigarettenrauchen, langdauernder Schmerzmittelmissbrauch, häufiger Kontakt mit Petroleumprodukten, fettreiche Ernährung und Übergewicht (Fettleibigkeit) sowie langjährige Dialyse und Zystenbildung werden als Risikofaktoren angesehen.

Auch ein genetischer Defekt (Verlust eines spezifischen Tumor-Suppressorgenes) kann zu einem ungebremsten Wachstum und einer weiterführenden Entartung der Nierenzellen führen. Eine besondere Form ist das sogenannte von-Hippel-Landau-Syndrom, das aufgrund einer familiäre Belastung zu Nierenzellkarzinom führen kann (Auftreten vor 40. Lebensjahr).

Symptome

Frühzeichen von Nierenkrebs sind sehr selten. Aufgrund unklarer Oberbauchbeschwerden kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Hohe Blutsenkung, Hämaturie (Blut im Harn) ohne Schmerzen, Schmerzen in der Flanke im Rücken, unklare Fieberschübe, Blutarmut, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, tastbare Masse im Bauchraum sind eher als Spätsymptome aufzufassen.

Diagnose

Die wichtigste Untersuchung zur Frühdiagnose ist die Ultraschalluntersuchung , die bei 95% der Fälle die Diagnosefeststellung ermöglicht. Daneben ergänzen die klinische Untersuchung, Tastbefund und Laborbefunde (Harn- und Blutbild) die Diagnose.

Da bei mehr als 40% der Patienten die Diagnose im fortgeschrittenen Stadium gestellt wird, dienen Computertomografie und Magnetresonanztomografie ebenso wie das Thorax/Lungenröntgen und die Knochenszintigrafie dem Auffinden von Absiedelungen (Metastasen).

Therapie

Die Behandlung des Nierenzellkarzinoms besteht in der Regel in der operativen Entfernung der betroffenen Niere (Nephrektomie). In besonderen Fällen wird die Niere jedoch belassen und nur der Tumor entfernt.

Solange der Tumor keine Absiedelungen gesetzt hat, sind mit der Operation hohe Heilungschancen gegeben. Der Behandlungserfolg steht daher in engem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Entdeckung.

Gegebenenfalls wird eine medikamentöse Behandlung als Immuntherapie an die Operation angeschlossen, bzw. als alleinige palliative Therapie durchgeführt. Gerade in den letzten Jahren konnte mit zielgerichteter Therapie als Mono- oder Kombinationstherapie eine Verbesserung der Überlebensrate erzielt werden. Chemotherapie und Hormontherapie werden eher selten verabreicht, da sie bei Nierenkrebs nicht sehr wirksam sind.

Strahlentherapie wird bei Nierenkrebs ausschließlich für die Bekämpfung von einzelnen Knochenmetastasen eingesetzt.

 

Nachsorge

Den genauen Zeitpunkt der Kontrolluntersuchungen nach abgelaufener Therapie bestimmt der Arzt aufgrund des individuellen Krankheitsbildes.