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Knochenkrebs

Unter "Knochenkrebs" werden alle bösartigen Erkrankungen die im Skelettsystem ihren Ursprung haben, zusammengefasst.

Das Skelettsystem besteht aus mehr als 200 Knochen, die durch Sehnen, Knorpel und Muskeln gestützt, bzw. verbunden werden. Das Knochengewebe besteht aus Wasser, Eiweiß (Proteinen), Mineralsalzen (Kalzium und Phosphor), und erhält durch die Verbindung mit Mineralstoffen seine Festigkeit. Knochen sind von der Knochenhaut (Periost), welche Blutgefäße enthält, umgeben. Im Inneren der Knochen ist in unterschiedlichem Ausmaß das Gitterwerk des Knochenmarks (Blutbildung) gelagert.

Nur etwa 1 % aller malignen Tumoren gehen vom Knochen aus und werden als primärer Knochenkrebs und entsprechend dem medizinischen Sprachgebrauch als "Sarkome" bezeichnet. Eine Einteilung erfolgt nach dem Ursprungsgewebe, in Osteosarkom (aus Knochen) und in Chondrosarkom (aus Knorpel). Das Ewing-Sarkom entsteht aus dem Stützgewebe und kommt im Alter von 5 – 27 Jahren am häufigsten vor.

Die häufigsten malignen Tumoren im Skelettsystem sind jedoch Absiedelungen (Metastasen), die von primären Krebserkrankungen der Brust, der Prostata oder der Lunge etc. ihren Ausgang nehmen.


Entstehung & Risiko

Das Osteosarkom tritt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf und manifestiert sich durch die Neubildung von Knochen- und Osteoidgewebe. Vor allem die schnellwachsenden Regionen des Ober- bzw. Unterschenkelknochens sind davon betroffen.

Das Ewing-Sarkom tritt bei Kindern und Jugendlichen auf und hat seinen Ursprung in den Stromazellen. Häufigste Lokalisationen sind der Ober- bzw. Unterschenkelknochen, das Schien- und Wadenbein, der Beckenknochen und das Kreuzbein.

Das Chondrosarkom ist durch eine Entartung der Knorpelzellen gekennzeichnet und tritt vorwiegend bei älteren Erwachsenen (50% >40 Jahre) auf.

Da es sich bei diesen bösartigen Knochentumoren um sehr seltene Erkrankungen handelt, gibt es kaum Hinweise für ein spezielles Risiko. Ionisierende Strahlen und eine gewisse genetischen Prädisposition werden als Risikofaktoren genannt. Besonders beim Ewing-Sarkom-Gewebe fand man wiederholt spezifische und typische Veränderungen im Erbgut (Chromosomen-Translokationen), die zum Auftreten von abnormen Eiweißstoffen und stimulierenden Wachstumssignalen führen.

Symptome

Erstsymptome bei Knochenkrebs hängen von der Lokalisation der Erkrankung im Knochen ab.

Schwellungen und Rötungen an den langen Röhrenknochen gehen meistens mit dumpfen aber intensiven Schmerzen – besonders ausgeprägt bei täglichen Aktivitäten – einher. Tumoren im Bereich der Hüfte und des Rückenmarkes können erhebliche Schmerzen verursachen. Knochenbrüche sind seltene Ereignisse, die zur Diagnose führen. Bei Ewing-Sarkom können Gewichtsverlust, Fieber und Müdigkeit die ersten Anzeichen dieser Erkrankung sein.

Diagnose

Folgende Methoden kommen für die Diagnosestellung zur Anwendung: Erhebung der Krankengeschichte, klinische Untersuchung, Inspektion und Palpation der betroffenen Stelle, Röntgenaufnahme der Tumorregion. Weiters werden Röntgen des Brustkorbes (Thoraxröntgen), Computertomografie (zum Ausschluss von Lungenmetastasen), Magnetresonanz-Tomografie, Gefäßdarstellung (Angiografie) und Skelettszintigrafie zur Bestimmung der Tumorausdehnung und des Stadiums der Erkrankung durchgeführt.

Neben der Labordiagnostik des Blutes ist in manchen Fällen auch die Untersuchung der Knochenmarkszellen notwendig. Ebenso ist eine Probebiopsie zur mikroskopischen Untersuchung und Sicherung der Diagnose (Histologie) sowie zur weiterführenden Behandlungsplanung notwendig.

Therapie

Beim Osteosarkom bestimmt die Tumorausdehnung, die Histologie und Ausbreitung im Organismus das therapeutische Vorgehen. Die häufigsten therapeutischen Maßnahmen sind Operation (Amputation ist heute nur noch selten notwendig) in Kombination mit systemischen Chemotherapien.

Das Ewing-Sarkom wird mit Operation und/oder Strahlentherapie mit nachfolgender Chemotherapie behandelt.

Beim Chondrosarkom stehen wegen des oft langsamen Wachstums und eines begrenzten Ansprechens auf Strahlen- und Chemotherapie lokaloperative Maßnahmen im Vordergrund.

Nachsorge

Den genauen Zeitpunkt und die Art der Kontrolluntersuchungen (Labor- und bildgebende Untersuchungen) nach abgeschlossener Therapie bestimmt der Arzt aufgrund des individuellen Krankheitsbildes.