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Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein ca 15 cm langes, birnenförmiges Organ, das hinter dem Magen in einer Schleife liegt, die durch einen Teil des Dünndarms gebildet wird. Der breitere rechte Teil der Bauchspeicheldrüse wird als "Kopf", der Mittelteil als "Körper" und der schmale linke Teil als "Schwanz" bezeichnet. Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse produziert die Verdauungssäfte und der endokrine Teil bildet Hormone, wie das Insulin.

95 Prozent aller Bauchspeicheldrüsenkarzinome entstehen aus Zellen des exokrinen Teiles, vorwiegend aus dem Gangsystem. Das Pankreaskarzinom ist nach Dickdarm und Magenkrebs der häufigste Tumor des Verdauungstraktes.


Entstehung & Risiko

Die bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse machen nur etwa 2 % aller Krebsformen aus. Die Häufigkeit des Pankreaskarzinoms steigt mit dem Alter; wobei etwa 80 % der erkrankten Personen zwischen 50 und 80 Jahren alt sind. Bei jüngeren Patienten und auch bei Kindern ist diese Erkrankung eine Rarität. Trotz intensiver Forschungen sind bisher nur wenige Ursachen und Risikofaktoren bekannt.

Bei Rauchern tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs 2 - 3 mal häufiger auf; somit besteht ein Zusammenhang mit den Rauchgewohnheiten (Zigarettenkonsum) und ein gewisser Einfluss von chronischen Alkoholkonsum, aber auch von Kaffe wird angenommen. Ernährungsfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung dieser Krebsform.

Symptome

Spezifische Warnzeichen des Bauchspeicheldrüsenkarzinoms fehlen oftmals, da Symptome auch von Störungen durch andere Erkrankungen des Verdauungstraktes stammen können: Verdauungsstörungen, Übelkeit, Appetitverlust, unbeabsichtigter Gewichtsverlust.

Die häufigsten Symptome, die den Patienten zum Arzt bringen sind starke Schmerzen. Diese treten im oberen und mittleren Bauchbereich auf und können sich auch als Rückenschmerzen manifestieren. Gelbsucht – gekennzeichnet durch Gelbfärbung der Haut (eventuell Juckreiz), bzw. der Augen (Skleren) – sind die wesentlichen äußeren Kennzeichen und Manifestationen einer meist fortgeschrittenen Erkrankung.

Diagnose

Diagnostische Maßnamen beinhalten neben der Anamnese, der körperlichen Untersuchung auch bildgebende Verfahren. Ultraschall, Computertomografie, Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie), Angiografie (Gefäßdarstellung), werden dazu eingesetzt. Eine Bestimmung von Tumormarkern kann die Differentialdiagnose verbessern und auch für die Therapieverlaufskontrolle wichtig sein.

Ein wesentliches diagnostisches Verfahren ist die endoskopische, retrograde Cholangio-Pankreatikografie/-skopie (ERCP), die eine Darstellung der Gallenblase, bzw -Gänge und des Pankreas durch Kontrastmittel ermöglicht. Gleichzeitig können dabei auch einige Zellen aus der Bauchspeicheldrüse für eine Diagnosesicherung (Biopsie) entnommen werden.

Therapie

Die Art der Behandlung hängt vom Stadium, d.h. von der Ausbreitung der Erkrankung in lokalen und weiter entfernten Breichen (Metastasierung) ab. Zur Therapie des Pankreaskarzinoms gibt es mehrere Möglichkeiten:

Die chirurgische Therapie hat das Ziel, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und wird daher nur bei lokalisierter Tumorausbreitung durchgeführt. Bei Totaloperation muss die Funktion der Bauchspeicheldrüse dann durch Medikamente (Verdauungsenzyme, Insulin) ersetzt werden.

Die Chemotherapie wird nach der Operation (adjuvante Therapie) oder als alleinige Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung (palliative Therapie) verabreicht. In den letzten Jahren ist mit den neueren Zytostatika eine deutliche Verbesserung der Ansprechrate und der Lebensqualität (Befreiung von Schmerz und anderer Symptomatik) erreicht worden.

Die zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinasehemmer ist eine wesentliche neue Therapieform, die besonders in Kombination mit anderen Therapieformen eingesetzt wird und die Behandlungsergebnisse wesentlich verbessert.

Nachsorge

Den genauen Zeitpunkt der Kontrolluntersuchungen nach abgelaufener Therapie bestimmt der Arzt aufgrund des individuellen Krankheitsbildes.